BUND Regionalgruppe Ostwestfalen-Lippe
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Faszination Fledermaus – Fledermausnacht mit BUND-Experte Bernd Meier in Lage-Hörste

28. August 2026 | Lebensräume, Naturschutz

Die Fledermausnacht mit dem BUND-Experten Bernd Meier, die am 20. August speziell für Familien mit Kindern stattfand, war bei der VHS Lippe-West schnell ausgebucht.

Die Fledermaus-Forscher-Werkstatt: Austausch über die Zwergfledermaus auf der Hand Bernd Meiers; auf dem Tisch ein Fledermausdetektor und ein Becher mit Mehlwürmern  (Foto: Florian Winter)

An die 40 Personen, darunter 16 Kinder, begrüßte Petra Kuhfus vom Vorstand der BUND-Ortsgruppe Lage im Haus des Gastes in Lage-Hörste.

Im Gespräch mit den Kindern sorgte Bernd Meier für eine Mischung aus Spannung und Staunen einerseits und Ausgelassenheit und Spaß andererseits. Einmal rennt er sogar mit den Kids durch den Raum, um Fliegen mit den Händen zu versuchen – eine spezifische Fähigkeit der Kobolde der Nacht.

Zur Einführung gibt´s einen Film über die Lebensweise von Fledermäusen und eine Rätselfrage. In der Fledermaus-Forscherwerkstatt, die am Tisch vorne aufgebaut ist, mit einer Spezialwaage, Gefäßen, Kot-Proben und etwa einem Zollstock, dürfen und sollen die Kinder Bernd Meier alle möglichen Fragen zu Fledermäusen stellen. Er hat zwei lebende Exemplare der Zwergfledermaus aus seiner Pflegestation in Bielefeld dabei. Die Kinder dürfen mit dem Finger erfahren, wie sich die aufgespannte Flughaut des Tieres anfühlt. Und natürlich ist es ein Erlebnis, die junge Zwergfledermaus einmal selbst in der Hand zu halten und ihren Herzschlag zu spüren, der zehn Mal schneller als der des Menschen ist, nämlich 600 bis 800 Mal pro Minute. Und wie leicht so eine Fledermaus ist, keine 4 Gramm bringt sie auf die Waage, gerade mal ein Viertel einer Portion Mayonnaise auf Pommes. Dabei frisst sie aus der Hand Bernd Meiers einen Mehlwurm nach dem anderen. Das ist so eine Menge, wie wenn er - Bernd Meier selbst - neun Kilogramm Würstchen essen würde. Da müssen alle lachen.

Dabei flicht der BUND-Experte dezent Hinweise zum Natur- und Artenschutz ein. Wenn Menschen so gut Energie sparen würden wie Fledermäuse, würden wir das Wort „Klimakatastrophe“ nicht einmal kennen. Und ermahnt zum Gebrauch von Recycling-Klo-Papier mit dem Umweltsiegel und Recycling-Schreibpapier, um Bäume zu schonen, deren Höhlen Fledermäuse als Quartier nutzen. Die Erwachsenen ruft er auf, ihm Fledermausquartiere an Gebäuden zu melden, was dem Schutz der Tiere diene.

Auf der Exkursion im nachtdunklen Kurpark versucht die Gruppe - die Kinder mit Fledermausdetektoren ausgerüstet, die Ultraschall-Ortungsrufe der Fledermäuse hörbar machen – wildlebende Fledermäuse zu entdecken. Am See sind bis zu drei gleichzeitig per Detektor zu hören, Wasserfledermaus und Zwergfledermaus, und im Schein der Taschenlampe zu sehen: über dem Wasser Insekten jagend, für unsere Ohren lautlos – faszinierend. Beeindruckt verabschieden sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nach dem ereignisreichen Abend. Manche gehen mit einem eigenen, am BUND-Tisch erworbenen Detektor nach Hause – lauter neue Fledermaus-Freunde und -Freundinnen. Bernd Meier hat seine Sache mal wieder ziemlich gut gemacht.

Von den 19 in NRW vorkommenden Fledermausarten stehen bis auf die Zwergfledermaus alle auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Die Tiere finden immer weniger Insektennahrung und weniger Quartiere. Alte, höhlenreiche Bäume werden seltener und Dachböden und Häuser zunehmend abgedichtet. Bernd Meier betreut in Bielefeld eine der Fledermauspflegestationen des BUND NRW. Er wirkt im Fledermausschutz des BUND NRW mit. Der BUND betreibt mit Förderung der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) ein Bürger*innen-Wissenschaftsprojekt zur Erfassung von Fledermausquartieren an Gebäuden.

Bei Fledermausfunden oder Quartierkenntnissen kontaktieren Sie bitte Bernd Meier per Email bernd.meier(at)bund.net oder telefonisch über 0170 76 190 35.

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